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True Stories: A Show Related to an Era – The Eighties
Texte Peter Pakesch, Lutz Eitel, Wilhelm Schürmann, Gespräch zwischen Peter Pakesch, Max Hetzler, Hans Werner Holzwarth


Englisch / Deutsch

Hardcover

21,5 x 28 cm

304 Seiten

174 Farb- und 40 Sw-Abbildungen

978-3-947127-11-5

80,00 Euro

 

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„Ich habe nicht die den Eindruck, dass es sich um eine historische Ausstellung handelt, sondern dass die Werke heute noch bedeutender und wichtiger sind, als sie es damals versprochen haben“, sagt der Galerist Max Hetzler über den hier zusammen mit Peter Pakesch inszenierten Blick auf die 80er Jahre. Beide Galeristen arbeiteten damals direkt am Puls der Zeit in Köln und Wien, orientierten sich früh nach New York und L. A. In diesen Metropolen tat sich nach dem Ende des Modernismus eine Vielzahl von künstlerischen Strategien auf, und die Malerei erlebte eine neue Blüte, während gleichzeitig der Umgang mit Medien und Materialien so frei wie nie zuvor war. Wir sehen zentrale Werke von Werner Büttner, Günther Förg, Isa Genzken, Robert Gober, Mike Kelley, Martin Kippenberger, Jeff Koons, Albert Oehlen, Julian Schnabel, Cindy Sherman, Rosemarie Trockel, Franz West, Christopher Wool und vielen anderen, als stärkste Stimmen einer Zeit, in der die großen Themen im Geiste des Postpunk mit einfachsten Mitteln und schrägem Humor angegangen wurden. Ein Gespräch zwischen den Galeristen sowie zahlreiche Notizen zur Kunst und den Themen der Zeit vermitteln, was damals sofort als neu erschien und was in seiner Wichtigkeit erst heute erkannt wird.

 

SCHWERTER ZU ZAPFHÄHNEN
(Auszug aus dem Text von Peter Pakesch)


Unter den jüngeren Malern, die Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in Deutschland auffielen, nahm eine Gruppe, die erst vornehmlich in der Galerie von Max Hetzler ausstellte, einen besonderen Platz ein: Werner Büttner, Martin Kippenberger, Albert und Markus Oehlen, später auch Georg Herold. Ihre Malerei wurde zu einem breiten Feld ganz unterschiedlicher Aktivitäten: Sprachliche Interventionen und Publikationen spielten ebenso eine Rolle wie Auftritte und Inszenierungen. Der provokante Charakter der Malerei diente zur Abgrenzung gegenüber vorigen Künstlergenerationen, ebenso wie die allgemeine Provokation dafür sorgte, eine vorzeitige Vereinnahmung zu unterlaufen. Das bedeutete auch für manche dieser Künstler, dass sie lange von der institutionellen Szene gemieden wurden und so erst verspätet Eingang in die Museen erhielten. Als Motto diente Bevor ihr malt, mach ich das lieber. Die Ausstellungen wurden Themen untergeordnet, deren Bezug zu künstlerischen Fragestellungen wenig plausibel schien und damit neodadaistische Aspekte in den Vordergrund schob. Ein Erfolgsgeheimnis des Herrn A. Onassis: Investieren Sie in Öl brachte die Idee des Sammelns auf das Niveau der Regenbogenpresse, wie Montparnasse, da war das Leben klasse als Karikatur der naivsten Vorstellungen des Künstlerlebens kaum erträglich war. Hingegen hieß es aber auch Wahrheit ist Arbeit, und es wurden die Schwerter zu Zapfhähnen – die Paraphrase einer pazifistischen Losung, mit der die vier Künstler 1983 bei ihrer Ausstellung in Wien ziemlich viel Staub aufwirbelten, worüber sich eine enge Beziehung zur Stadt und zu ihrer Szene in den nächsten Jahren entwickeln sollte.


Kippenberger und Oehlen entwickelten in der Folge ein großes Interesse, an möglichst verschiedenen Orten zu arbeiten: Sevilla, Rio, Graz, Wien, Thomasberg bei Wien, Los Angeles und immer wieder das Rheinland oder der Schwarzwald bei der Sammlerfamilie Grässlin. Diese Ausflüge wurden vor allem bei Kippenberger begleitet von durchaus performativen Praktiken, die das besondere Künstlersein unterstrichen. In Wien zelebrierte er 1984 die Woche zwischen dem Ende seiner ersten Einzelausstellung bei Pakesch und der Eröffnung einer Ausstellung von Albert Oehlen am selben Ort auf besondere Weise. Zwischen dem 12. und dem 16. Dezember veranstaltete er das „1. Wiener Fiakerrennen“ gegen Oehlen auf der Hauptallee im Wiener Prater mit der Preisverleihung im Café Alt Wien am selben Abend, die „Ansprache an die Hirnlosen“ an der Hochschule für angewandte Kunst, den Auftritt der Alma Band bei einer Konzertveranstaltung von Christian Ludwig Attersee, die Kippenberger damit für sich kaperte, und das nächtliche „Offizierscasino“, ein genau geregeltes Wetttrinken nächtens in einer Bar eines Freundes …


Der überragende Orientierungspunkt für die Kunstwelt war allerdings New York. Die großen tonangebenden Museen waren da, die wichtigen Galerien zeigten die Kraft der amerikanischen Künstler. Alle wollten nach New York, und Europäer oder auch Kalifornier hatten es schwer, dort zu reüssieren. Eine Ausstellung von Joseph Beuys im Guggenheim Museum 1979 galt als ein erster Triumph deutscher Kunst in Amerika, rief jedoch große Ratlosigkeit hervor. Eine Ratlosigkeit, die noch gesteigert wurde, als der deutsche Galerist Konrad Fischer in seiner New Yorker Galerie, die er mit der Amerikanerin Angela Westwater und dem Italiener Gian Enzo Sperone betrieb, Gerhard Richter zeigte. Dessen graue Bilder stießen auf blanke Ablehnung. Kritiker erregten sich darüber, dass seine Anstrengungen im Verhältnis zur amerikanischen Kunst dieser Zeit höchst epigonal seien.


Zu dieser Zeit war Julian Schnabel bereits in Europa unterwegs, um sich umzusehen, und die Zahl junger Europäer, die dasselbe in New York taten, wuchs stetig. Zuerst in SoHo und in TriBeCa und dann, als dort die Mieten in die Höhe gingen, im East Village blühte eine höchst aktive Szene, die immer wieder neue Positionen und Galerien hervorbrachte. In dieser großen Metropole befand sich das ganze Kunstgeschehen, die Ateliers, die Galerien und die Lokale in fußläufiger, ja dörflicher Nähe. Nur die Museen waren uptown.


Galerien wie die neu gegründeten Metro Pictures und Sonnabend begannen sich verstärkt für europäische Positionen einzusetzen. Zwischen der Ausstellung von Gilbert & George bei Sonnabend 1980 und der erste Gruppenausstellung von Werner Büttner, Martin Kippenberger und Albert und Markus Oehlen bei Metro 1984 kam einiges in Bewegung. Der Austausch wurde immer reger, was auch durch immer günstigere Tarife für Transatlantikflüge befördert wurde. So begann auch der Aufstieg von Köln als das New Yorker Gegenüber in Europa. Im Rheinland bestens gelegen, wurde diese Stadt zum Zentrum des deutschen und europäischen Kunsthandels der 80er Jahre. Hatten schon Galeristen wie der Kölner Rudolf Zwirner der amerikanischen Pop-Art, die Kölner Rolf Ricke und Paul Maenz zusammen mit dem Düsseldorfer Konrad Fischer der amerikanischen Minimal Art die Tore zu europäischen Sammlungen und Museen geöffnet, hatte der rege Austausch dieser beiden Orte nun zur Folge, dass auch immer mehr amerikanische Sammler nach Europa kamen.

 

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In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris | London