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Hans Josephsohn
Texte Dominic Eichler, Clare Lilley; Gespräch zwischen Hans Josephsohn und Hans Ulrich Obrist

Deutsch / Englisch

Hardcover

23,5 x 29 cm

200 Seiten

93 Farb- und 46 Sw-Abbildungen

978-3-947127-43-6

60,00 Euro
 

Für den in Königsberg geborenen, 1938 in die Schweiz geflohenen Bildhauer Hans Josephsohn (1920–2012) war die menschliche Figur zeitlebens das Thema. Seine Kunst, ab 1956 in Einzelausstellungen zu sehen, manifestiert den Menschen und seine Präsenz im Raum, ob als Kopf, Halbfigur, stehender oder liegender Akt, fast archaisch anmutend doch immer im Jetzt verankert. Näher betrachtet fasziniert Josephsohns Arbeit an der Oberfläche der Figuren, ausgeführt in Gips, dann gegossen in Messing, geradezu bildhaft in Licht modelliert, besonders bei den Reliefs, die mit jeder Bewegung changieren. „Für mich ist nur das Verhältnis zwischen der Figur, ihren einzelnen Bestandteilen und der Beschaffenheit der Hintergrundfläche wichtig“, sagt der Künstler hier im Gespräch mit Hans Ulrich Obrist. „Wenn man etwas wegnimmt, bleibt nichts übrig. Es bleibt überhaupt nichts mehr übrig . . . Was das für unsere Zeit bedeutet, weiß ich nicht.“ In dieser Mischung aus existenzialistischem Menschenbild und Materialarbeit liegt Josephsohns wachsende Bedeutung für die Kunst unserer Zeit. Ursprünglich in der Galerie Max Hetzler in Berlin und London gezeigt, lässt sich hier eine großzügige Auswahl der Werke studieren, während Essays und verschiedene historische Pressetexte den Arbeitsprozess sowie die wachsende Rezeption dieses einzigartigen künstlerischen Werks beleuchten.

 

DIE INTENSITÄT DES LEBENS
(Auszug aus dem Essay von Dominic Eichler)


Die traditionelle Redensart, dass jemand „Modell sitzt“ oder für jemanden posiert, liefert – objektifizierend, wie sie ist – für die Symbiose und die Probleme von Nähe und Distanz sowie die Dynamiken des echten Lebens, die dabei im Spiel sind, keine adäquate Beschreibung. Man kann das an den Werken selbst ablesen. Denn die Beziehungen Josephsohns finden in seinen Arbeiten unwiderlegbar ihren Ausdruck in all den aufgewühlten Oberflächen, in jedem zerklüfteten Volumen, in den ausbalancierenden Kompositionen. Die Frauen hatten großen Einfluss auf Josephsohns Leben wie Werk; sie waren weder passiv Unbeteiligte noch austauschbare Modelle. Es existiert von diesem Künstler fast keine Arbeit, die nicht von persönlichen Verwicklungen spricht, dem Bedürfnis nach Intimität, sowie der Verkörperung, die im schöpferischen Akt enthalten ist.


Für Josephsohn selbst war ein Arbeiten ohne diese Beziehungen unvorstellbar. Den körperlich spürbarsten Ausdruck findet dieser Umstand wahrscheinlich in seinen kleinen Tonreliefs. In endlosen Variationen sind hier unter anderem aufgeladene Situationen festgehalten: der Künstler und ein Modell im Studio. Josephsohn findet aber nicht nur auf der Ebene von Form, Komposition und Oberfläche zu einem abstrakten Ausdruck. Dieser erstreckt sich vielmehr bis hin zum Wesen der Menschen selbst. Die vibrierende Masse dieser Arbeiten spricht von Liebe und Passion, von Machtdynamiken, Kämpfen, Einsamkeit im Geselligen, auch von existenziellen Zweifeln, Betroffenheit und Verzweiflung. (Ich muss hier an Roland Barthes’ Fragmente einer Sprache der Liebe von 1977 denken und stelle mir eine Ausgabe vor, die mit Reproduktionen von Josephsohns Arbeit illustriert ist.) Sein einziger Lehrer, der Schweizer Bildhauer Otto Müller, hatte in den 1940er-Jahren einmal gesagt, Josephsohns Werk sei „außergewöhnlich direkt“. Auf überzeugende Art und Weise sollte es das auch bleiben …


Während Josephsohns traditioneller Begriff von Skulptur die grundlegenden Elemente betonte, die Beziehungen zwischen Volumen und Formen, so sind es seine zwischenmenschlichen Beziehungen, welche seine Arbeiten nicht nur inspirierten, sondern auch in diese Werke, in ihre Entstehung und ihre anhaltende, offenbleibende Bedeutung eingeschrieben sind. Es handelt sich um Beziehungen, die immer auch die unmittelbare Begegnung mit realen Körpern, mit posierenden und schauenden Personen beinhalten, deren abstrakte Intensität – die Intensität des Lebens – Josephsohn sein gesamtes Leben lang einzufangen suchte. Und es sind diese Beziehungen, in denen beim Betrachten der Arbeiten unsere eigenen zwischenmenschlichen Erfahrungen widerhallen – unsere eigene Befähigung zu Empathie und Identifikation.

 


In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler Berlin | Paris | London