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Urs Fischer: Sirens
Text Gregor Jansen


Deutsch / Englisch
Hardcover
29,8 x 36 cm
92 Seiten
36 Farbabbildungen
978-3-947127-21-4
45,00 Euro


Durch das Buch blättern

 

Die Sirenen in diesem Buch schauen uns aus großen Siebdruckgemälden an, geschaffen vom Schweizer Künstler Urs Fischer, der hier Publicity-Shots von Schauspielern des klassischen Hollywood wie in einer Collage mit ihren eigenen Doppelbildern und fließenden Abstraktionen zusammen montiert. Aufgrund dieser organischen Formen bezeichnet Fischer selbst die Bilder als Landschaftsgemälde, denen er als ganz andere Landschaft eine Gruppe von Skulpturen gegenüberstellt: kleine Figuren, die auf dem Galerieparkett mit gefundenen Elementen wie etwa einer Kartoffel oder einem verbogenen Löffel interagieren. Diese geistreichen Erfindungen aus bemalter Bronze gruppieren sich um einen mit Topfpflanzen umrahmten Spiegelteich, von dessen stetigem Tropfen ein eigener Lockruf durch die Räumlichkeiten hallt. Werkabbildungen und Installationsansichten dieser Doppelausstellung in der Galerie Max Hetzler Berlin werden von Gregor Jansens Essay begleitet, der Fragen von realer Welt, Wahrnehmung und geradezu filmischer Projektion diskutiert, die diese Werke reflektieren.

 

SIRENEN. ERLEBTE PERSPEKTIVE, ABSTRAKTION UND MYTHOLOGIE
(Auszug aus dem Essay von Gregor Jansen)


Von den mythologischen Lehren aus gesehen, in denen die Natur sich naiv behauptet, ist das Abstraktionsverfahren, wie es etwa die Naturwissenschaften üben, ein Gewinn an Rationalität, der dem Prangen der Naturdinge Abbruch tut. Aus der Perspektive der Vernunft erscheint das gleiche Abstraktionsverfahren als naturbedingt; es verliert sich in einem leeren Formalismus, der unter seiner Decke dem Natürlichen freien Spielraum gewährt, da er die Vernunfterkenntnisse nicht durchläßt, die das Natürliche zu treffen vermöchten. Die herrschende Abstraktheit zeigt an, daß der Prozeß der Entmythologisierung nicht zu Ende gebracht ist. (Siegfried Kracauer)


Die Sirenen, die allwissenden, mythischen Dämonen, im Wasser verstorben, sie singen nicht mehr, sind verschwunden. Scheinbar. Das Publikum fühlt sich in sie als geisterhafte Darsteller ein, indem es sich in die Apparatur (hier: in den Ausstellungsraum) einfühlt. Es übernimmt also deren Haltung: es testet; und weiter mit Benjamins Worten: Das ist keine Haltung, der Kultwerte ausgesetzt werden können. Somit ist letztlich der Anspruch an den Betrachter als Darsteller – und zwar mit seiner gesamten lebendigen Person als Haltung und Körper – ein erneuter Widerschein der Aura: über die Anwesenheit des Fleischs in den beiden so stark sich voneinander unterscheidenden Ausstellungsräumen und jeweiligen Exponaten, auch und insbesondere in ihren enormen Dimensionsunterschieden.
Die Körperlichkeit der Sirenen suchen wir heute in der Kunst meist vergeblich, vielmehr sind hier Pluralität und Neudefinition der Lobgesang. Die todbringend lockende Verführung findet sich eher in den Beziehungsgeflechten des Politischen, im öffentlichen Raum. Mit der Entwicklung einer postmodernen Virtualität und ihrer neu erfahrbaren Realität besteht die erneute Herausforderung seit rund einem halben Jahrhundert darin, das eigene Ich aus einem ungemein komplexen, pluralistischen Milieu und den Mythen des Alltags heraus zu definieren – woraus sich nicht Beliebigkeit und Toleranz ableiten, sondern die Achtung und Würdigung anderer Lebensarten und Orientierungen. Urs Fischers Werke lassen uns im und mit dem Mythos schauen, nachdenken und arbeiten, denn Sirenen brauchen wir weiterhin.

 

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In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris | London