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Albert Oehlen | Julian Schnabel
Mit Texten von Christian Malycha und Glenn Brown


Englisch / Deutsch
Hardcover

24 x 30 cm

88 Seiten

35 Farbabbildungen

978-3-947127-08-5

45,00 Euro

 

Durch das Buch blättern

 

Seit den 1980er-Jahren sind die Künstler Albert Oehlen und Julian Schnabel auf beiden Seiten des Atlantiks dabei, die Malerei mit konzeptionellen Strategien, wechselndem Malstil und überraschendem Einsatz von Materialien zu hinterfragen und neu zu erfinden. Heute, im Jahr 2018, verknüpfen die seit drei Jahrzehnten befreundeten Künstler ihre aktuellen Positionen und ihre gemeinsame Vergangenheit in einer Gemeinschaftsausstellung in der Galerie Max Hetzler Berlin. Neben großformatigen Gemälden und kleineren Papierarbeiten sind zwei gegenseitige Porträts zu sehen: Albert Oehlen in einem übergroßen, kirchlichen Gewand auf einem geradezu barock anmutenden Bild von 1997, und Julian Schnabel auf einem Sofa in reinen Grautönen, mit Hinblick auf die aktuelle Ausstellung gemalt. In den gezeigten neueren Arbeiten überlagert Oehlen mit großer Leichtigkeit Formen und Farben, die an seine frühen abstrakten Bilder Mitte der 1980er-Jahre erinnern. Schnabel malte damals mitunter auf Ölplanen, und auch jetzt arbeitet er mit vorgefundenen Stoffen: Abdeckungen von mexikanischen Marktständen, die ihre eigenen Geschichten und Farbakzente mitbringen. Der Künstler malt darüber große gestische Formen, die Landschaften, Blumen oder Figuren evozieren. Im Essay des Kunsthistorikers Christian Malycha wird diese besondere Begegnung detailliert ausgeleuchtet, während der Maler Glenn Brown mit seinem Text eine wahre Liebeserklärung an das Werk der beiden Kollegen ausspricht.

 

VERTRAUEN, ZWEIFEL, FREUNDSCHAFT
(Auszug aus dem Essay von Christian Malycha)


Weite. Und ungreifbare Tiefe. Ein wandgroßes Bild (Ohne Titel, 2017; S. 60/61), über drei Meter hoch und mehr als fünf Meter breit. Spürbar in jeden Blick gewuchtet wie ein Billboard. In offensiver Monumentalität steht das Bild da und lässt sich nicht fassen. Bei aller Eindeutigkeit hält es sich offen und es braucht einigen Abstand, um das scheinbar unbegrenzt treibende Rosa des Grundes, in das man zunächst geradezu hineingestellt ist, als das, was es ist, zu erkennen.


Der rosane Grund besteht aus vier vertikal miteinander vernähten Stoffbahnen. An Stellen sind sie aufgeschürft oder eingebeult. Es finden sich zahlreiche, lang eingetrocknete Flecken. Der ganze Stoff scheint alt und verwittert. Seine Herkunft sowie den Ursprung der offensichtlichen Gebrauchsspuren und der natürlichen Einflüsse gibt er jedoch nicht preis.


Julian Schnabel hat diese Farbgründe nicht gemalt, er hat sie „ausgewählt“. Das ausgeblichene Leinen stammt aus Mexiko. Gefunden hat er es auf einem kleinen Markt in Zihuatanejo an der Pazifikküste, wo es in Form von Planen für die Stände benutzt wurde und über lange Zeit der Witterung ausgesetzt war. Sarah Cascone hat er für Artnet erzählt, dass er gern „auf verschmutzten Dingen arbeitet“. Nicht wegen des Schmutzes an sich, sondern wegen „all der kleinen Nuancen“, aus denen sich die „Geschichte eines Dings“ zusammensetzt, wegen der „Zeit und des Orts“, die „ein Gemälde mit sich bringt“ und die auf diese Weise auf jedem Gemälde miterzählt sind. Das Rosa wäre alles andere als abstrakt oder ungegenständlich. Es ist vollkommen dinglich, es hat Geschichte, farbiges Eigengewicht, wenn man so will, und eigene Gestalt. Das Rosa ist körperlich, mehr als Inkarnat, und damit selbst figürlich.


In den Rhythmus dieser gegebenen Ordnung schreibt sich Schnabel ein. Fast streicht er ihn sogar aus. Auf oder gegen die klare Geometrie der vertikalen Bahnen setzt er selbst eine enorme Figur. Ein blaues Diagonalkreuz, von links unten und rechts oben kommend, pastos in Öl aufgestrichen. Hinzu kommen zwei einzelne Farbbalken, ein massiver in kreidigem Weiß auf der rechten Seite sowie ein blauer links der unteren Bildmitte. Immer sind sie haarscharf, wenngleich präzise an den geometrischen Strukturen vorbei platziert. Die Zeichen fügen sich nicht …

 

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In Zusammenarbeit mit Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris | London